07.02.2012 02:20
Geschwister Scholl - Weiße Rose

Geschwister Scholl - Weiße Rose

Hans Scholl wurde am 22. September 1918 geboren, seine Schwester Sophie am 9. Mai 1921. Hans kam im würtembergischen Ingersheim/Jagst zur Welt, Sophie bereits im neuen Wohnort der Familie Scholl in Forchtenberg am Kocher. Die beiden sind nicht die einzigen Kinder ihrer Eltern, sie haben noch drei Geschwister.
Im Städtchen Forchtenberg am Kocher war ihr Vater Robert Bürgermeister. Er und seine Frau Magdalene erziehen ihre Kinder im christlich-humanistischen Geist.
1930 zieht die Familie Scholl nach Ludwigsburg um, 1932 nach Ulm. In Ulm gehen Hans und Sophie aufs Gymnasium. Lernen fällt beiden leicht. Sie hatten eine unbeschwerte Jugend. Anfangs fühlten sich sowohl Hans als auch Sophie zum Nationalsozialismus hingezogen. Gegen den Willen ihrer liberal denkenden Eltern treten sie in nationalsozialistische Organisationen ein.
Mit der Zeit wird jedoch aus der anfänglichen Begeisterung für die NSDAP Kritik.
Als sie im Dezember 1937 wegen ihrer Arbeit in der "Bündischen Jugend" für einige Monate inhaftiert werden, wechseln sie endgültig die Seiten.
Beide achten auch bei der Freundeswahl auf deren politische Gesinnung.
Auch wenn der Kreis der Freunde hauptsächlich politisch motiviert ist, haben die Berge, das Skilaufen und Schwimmen einen hohen Stellenwert, dazu Literatur und Musik. Man geht oft zusammen in Konzerte.
Sophie hat Kinder gern und wird Kindergärtnerin im Fröbel-Seminar in Ulm-Söflingen. Sie wählt den Weg über das Kindergärtnerinnen-Seminar in der Hoffnung, dem Reichsarbeitsdienst als Vorleistung für ein Studium zu entgehen. Dies erweist sich als Irrtum: ab Frühjahr 1941 zwangsweise ein halbes Jahr Reichsarbeitsdienst in Krauchenwies bei Sigmaringen, anschließend ein halbes Jahr Kriegshilfsdienst als Hortnerin in Blumberg. Der kasernenhafte Arbeitsdienst veranlaßt sie, über passiven Widerstand nachzudenken und ihn zu praktizieren.
1942 nimmt Sophie an der Universität München ein Biologie- und Philosophiestudium auf. Sie trifft wieder mit ihrem Bruder zusammen, der dort seit 1939 Medizin studiert.
Zusammen mit den Regimekritischen Freunden Hans' veröffentlichen sie im Juni 1942 vier "Flugblätter der Weißen Rose". In diesen Flugblättern, die jeweils eine Auflage von 100 hatten, kritisieren sie illegalerweise öffentlich das NS-Regime.
Die Arbeit der Weißen Rose wird vorrübergehend durch Hans' Wehrdienst unterbrochen. Doch nach seiner Rückkehr im November 1942 nehmen sie ihre Tätigkeit wieder auf. Das fünfte Flugblatt erschien mit einer Auflage von 6000 bis 9000 und verursachte viel Aufsehen.
Ab Februar 1943 unternahm die Gruppe nächtliche Aktionen, sie beschmierten zB Gebäude mit NS-feindlichen Sprüchen. Außerdem verteilten sie ein sechstes Flugblatt, das von den Briten nachgedruckt und über Deutschland abgeworfen wird.

Die öffentliche Kritik blieb nicht ohne Folgen: ein Hausmeister beobachtete sie beim verteilen der Flugblätter und meldete das der Polizei. Am 22.2.1942 werden die Geschwister Scholl von der GeStaPo festgenommen.
Nach dreitägigem Verhör folgt der Prozeß vor dem Volksgerichtshof. Den Vorsitz führt der aus Berlin angereiste Roland Freisler.
Hans und Sophie Scholl werden gemeinsam mit Christoph Probst zum Tod verurteilt und noch am selben Tag im Strafgefängnis München-Stadelheim hingerichtet.



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